Andreas Siefert: dropshadow 2(.)0
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Andreas Siefert: dropshadow 2(.)0

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Andreas Siefert: dropshadow 2(.)0, 1999-2019
Interaktive Videoprojektion


Durch das Licht des Videoprojektors wirft jede Person ihren Schatten auf die gegenüberliegende weiße Wand. Bleibt die Person für einige Sekunden bewegungslos, wird ihr Schatten eingefroren. Bewegt sie sich wieder, bleibt ihr Schatten an der Wand stehen. Verlässt sie die Kulisse, so wird sie zwar von ihrer Silhouette begleitet, aber ihr Abbild bleibt an der Wand bestehen. Nach kurzer Zeit verändert sich dieses Bild auf unvorhersehbare Weise oder wird von den Schatten anderer Besucher*innen überlagert.
Das Speichern der Umrisse eines Menschen, die sich als digitale Spuren materialisieren lassen, steht sinnbildlich für die Mittel moderner Überwachungstechnologien. Der Schatten ist Teil seiner Person, obwohl er nicht Teil des Körpers ist. Trotzdem ist er unweigerlich mit dem Menschen verbunden – und kann diesem doch entwendet und entfremdet werden.

Ein spezieller Dank geht an Daniel Berger & Frieder Weiss.


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